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Dr. med. Mattern

Mandeln (Tonsillen), ringförmig angeordnete lymphatische Organe im Bereich des Übergangs von Mund- und Nasenhöhle in den Rachen (lymphatischer Rachenring). Im Einzelnen werden unterschieden: die paarigen Gaumenmandeln, die beiderseits zwischen den Gaumenbögen liegen; die am Dach des Nasen-Rachen-Raums hinter dem Zäpfchen liegende unpaare Rachenmandel sowie die am Zungengrund liegenden paarigen Zungen-M. Die Mandeln dienen der Abwehr (Immunsystem) körperfremder Stoffe.


Mandel|entzündung (Tonsillitis), meist durch Streptokokken hervorgerufene Entzündung der Gaumenmandeln, wobei häufig die ganze hintere Rachenwand entzündlich geschwollen (Halsentzündung, Angina) ist. Meist nach Erkältungen beginnt die akute Mandelentzündung mit Frösteln, Fieber, Schluckbeschwerden (Halsschmerzen), schlechtem Allgemeinbefinden, Lymphknotenschwellung am Hals, mitunter auch Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Nierenbeschwerden; tritt auf als katarrhalische Mandelentzündung mit Rötung der geschwollenen Mandeln und als eitrige Mandelentzündung mit »Stippchen« (Fibrinbeläge um die Kryptengänge) auf den Mandeln. Greift die Eiterung auf das die Mandeln umgebende Gewebe über, so kann sich ein Mandelabszess bilden. Die oft unbemerkte chronische Mandelentzündung kann als gefährliche Herdinfektion Erreger und Toxine ausstreuen und zu einer Schädigung von Herz, Nieren und Gelenken (rheumatische Erkrankungen) und zu Hauterkrankungen führen. Bei akut eitriger Mandelentzündung und chronischer Herdinfektion wird eine operative Mandelentfernung (Tonsillektomie) mit örtlicher Betäubung oder Inhalationsnarkose durchgeführt.

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